Tony Eberhardt, hochgradig schwerhörig und Finalist der 21. Staffel von Germany's Next Topmodel, berichtet, dass ihm Mitschüler ab der vierten Klasse seine Schwerhörigkeit jahrelang zum Vorwurf machten. Er wurde ausgelacht, ausgeschlossen und mit verletzenden Streichen gequält. Eine Situation schilderte er so, dass er bei einer Schneeballschlacht mitmachen durfte, aber im Schneeball, der ihn am Kopf traf, ein Stein versteckt war und er blutete. Im Sportunterricht wurde er trotz Sportlichkeit regelmäßig als Letzter gewählt, und bei Gruppenarbeiten blieb er oft außen vor.
Seine Hörbehinderung wurde in der Schule häufig als Störfaktor empfunden. Im Unterricht führte es zu Gespött, wenn er etwas nicht verstand. Eberhardt schildert, dass er sich selbst hinterfragte, etwa bezogen auf seine Aussprache. Die Erfahrungen in der Schulzeit prägen ihn weiterhin.
Eberhardt erhielt Rückhalt im Handballsport und war Gehörlosen-Nationalspieler. Einige Lehrkräfte ermöglichten ihm Nachteilsausgleiche, indem sie beispielsweise Text- statt Höraufgaben anboten. Neben seiner Hörbehinderung hat er eine Sehschwäche. Nach eigener Aussage ließ er sich davon bei „Germany’s Next Topmodel“ nicht aufhalten und meisterte den Laufsteg auch ohne Hörgerät, wenn er vor dem Start eine kleine Hilfestellung bekam.
Heute spricht Eberhardt offen über seine Mobbingerfahrungen und fördert Inklusion. Während der klicksafe-Schulstunde "Online gemobbt. Real verletzt. Gemeinsam gegen Cybermobbing!" berichtete er vor mehr als 65.000 Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen und sprach über Folgen von Mobbing sowie über Hilfsangebote für Betroffene. Seit seiner Teilnahme an der Castingshow erhält er nach eigenen Angaben überwiegend positive Rückmeldungen von Lehrkräften, Eltern und Jugendlichen sowie Unterstützung aus der Community. Um Hasskommentare einzudämmen, nutzt er einen Filter. In Interviews wurde er weiterhin beleidigt und es wurde infrage gestellt, ob er ins Fernsehen gehöre. Nach Eberhardts Einschätzung hilft ihm die öffentliche Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit therapeutisch.