Herzogin Meghan und Prinz Harry sorgten 2020 für weltweites Aufsehen, als sie erklärten, keine offiziellen Aufgaben für die britische Königsfamilie mehr übernehmen zu wollen. Die Gründe für ihren Rückzug werden unterschiedlich bewertet. Während Harry und Meghan ihren Schritt in der 2022 erschienenen Netflix-Dokuserie vor allem mit familiären Spannungen und dem Druck durch die Medien begründeten, sehen Royalexperten weitere Ursachen.
Simon Vigar, langjähriger Royalreporter, hält nicht nur äußere Umstände, sondern auch enttäuschte Erwartungen und kulturelle Unterschiede für entscheidend. Er spricht von Egos auf beiden Seiten, die eine Integration Meghans ins Königshaus erschwert hätten. Vigar widerspricht der These, die britische Presse sei von Beginn an gezielt negativ gegenüber dem Paar eingestellt gewesen, und berichtet von einer differenzierten Wahrnehmung unter Journalisten.
Harry und Meghan geben an, lange mit den Schwierigkeiten gerungen zu haben. In der Netflix-Serie berichtete Harry, er und Meghan hätten wiederholt diskutiert, wie ein Verbleib im Palastleben möglich gewesen wäre. Das Paar führte an, dass ein Weitermachen unter den damaligen Umständen für sie unmöglich geworden sei.
Royalbiograf Dickie Arbiter kritisierte, dass Harry und Meghan vor allem eine eigene Sichtweise für das US-amerikanische Fernsehen formulierten. Zudem monierte Arbiter, US-Medien hätten Inhalte aus der Netflix-Dokuserie oftmals ungeprüft übernommen.
Zusammenfassend haben sowohl persönliche Belastungen als auch strukturelle und kulturelle Differenzen laut Experten und dem Paar selbst zum Bruch mit dem Palast beigetragen. Über die Gewichtung der Gründe herrscht weiterhin keine Einigkeit.